
Wieder berufen - Asen Karaslavov meldet sich in Nationalteam zurück
Wie gut, wenn man polyglott ist. So konnte uns Aleksandar Kotuljac mit seinen Serbokroatisch-Kenntnissen als Dolmetscher aushelfen, denn auch Asen Karaslavov beherrscht diese Sprache. Deutsch versteht der im Sommer aus Sofia nach Fürth gekommene Bulgare auch schon ein bisschen, aber mit dem Deutsch Reden tut er sich noch etwas schwer. Ganz im Gegensatz zum Fußballspielen: Auf dem Feld hat sich der 27-Jährige mittlerweile zu einer festen Größe im Fürther Team entwickelt. Kompromisslos in den Luftzweikämpfen und geschickt und trotzdem unerbittlich am Boden – Karaslavov hat sich bei den Stürmern der Zweiten Liga schon einiges an Respekt erarbeitet.
Was auch in der Heimat nicht verborgen geblieben ist. So hat Karaslavov anhand von vielen Telefonaten nach Bulgarien längst mitbekommen, dass seine Leistungen in Fürth mit Anerkennung registriert werden. Kein Wunder, dass nun auch der neue Coach Bulgariens wieder auf ihn aufmerksam geworden ist: Plamen Markow, der schon einmal Nationaltrainer war und nun die Nachfolge Christo Stoitchkovs angetreten hat, berief Karaslavov in den Kader des Spiels gegen Nord-Irland, und so dufte der Kleeblatt-Verteidiger vor 14 Tagen in Belfast beim 1:0-Sieg sein 15. Länderspiel feiern. „Ich habe mich gefreut, dass ich wieder berufen worden bin“, sagt Karaslavov, der zuletzt vor etwa zwei Jahren das Trikot seines Heimatlandes trug. Nun hofft er, dabei zu bleiben: „Ich denke schon, dass ich mich für den Kader zur WM-Qualifikation empfehlen kann.“
Also ist der bulgarische Innenverteidiger richtig froh, dass er im Sommer den Schritt nach Fürth getan hat: „Ich fühle mich sehr wohl und wir haben eine sehr gute Mannschaft. Unser Erfolg war auch für mich die Möglichkeit, mich wieder für die Nationalmannschaft anzubieten.“ Ganz ohne Kenntnisse über das Kleeblatt kam „Kara“ ja nicht nach Fürth. „Wir haben“, erinnert er sich, „vor einiger Zeit ein Testspiel mit Sofia gegen Fürth gemacht.“ In Trennfurt bei Würzburg war dies, im Juli 2005, das Spiel endete damals 1:1. Nun also ist Karaslavov in Fürth gelandet. „Der Fußball hier unterscheidet sich schon von dem in Bulgarien. Es geht härter und schneller zu.“
Der wesentliche Unterschied zu seiner Heimat sei allerdings die Ausgeglichenheit im deutschen Fußball: „Hier kann jeder jeden schlagen. In Bulgarien gibt es drei starke Mannschaften, die jedes Jahr die Meisterschaft unter sich ausmachen.“ Nun hofft Karaslavov, dass das Kleeblatt auch weiterhin zu den „starken Mannschaften“ in Liga zwei zählt: „Wir haben das Potenzial, oben dabei zu bleiben“, ist der erfahrene Kicker sicher.
(Porträt aus dem Kleeblatt Magazin vom Sonntag, 17. Februar 2008)
| Platz | Verein | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | SpVgg Greuther Fürth | 70 |
| 2 | Eintracht Frankfurt | 68 |
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 62 |
| 4 | FC St. Pauli | 62 |
| 5 | SC Paderborn | 61 |
| 6 | TSV 1860 München | 57 |
| 7 | 1.FC Union Berlin | 48 |