
Der nächste Schritt - Kingsley Onuegbu spielt erst seit fünf Jahren im Verein
Gluthitze in Sandhausen. Christian Rahn bringt eine Ecke herein, und Kingsley Onuegbu wuchtet den Ball aus kurzer Entfernung mit dem Kopf ins Tor. Dabei war dem großen und bulligen Angreifer der Ruf vorausgeeilt, gar nicht der Kopfballstärkste zu sein. Doch in der Vorbereitung sah dies teilweise ganz anders aus. Überhaupt hat sich der aus Braunschweig gekommene Stürmer bisher durchaus von seiner besten Seite gezeigt und bewiesen, dass er für das Kleeblatt durchaus die Verstärkung sein kann, die man sich erhofft hat.
Angekommen ist der Mann, der erst seit fünf Jahren im Verein Fußball spielt, in Fürth längst. „Alles, was mir der Trainer und der Manager über den Verein erzählt haben, als sie mit mir gesprochen hatten, ist eingetroffen“, erzählt der 24–Jährige. In Braunschweig hatte sich der Angreifer schnell zum Publikumsliebling gemausert, auch da er sich mit vielen Toren glänzend eingeführt hatte. Eine Verletzung hatte ihn dann in der vergangenen Saison einige Wochen aus dem Tritt gebracht, doch mittlerweile ist er wieder fit. Auch das obligatorische „Loch“ in der Vorbereitung, das Neuzugänge aus unteren Klassen fast immer während der sehr großen Trainingsbelastung der Vorbereitung ereilt, hat er hinter sich gelassen.
Hinter sich gelassen hat Onuegbu auch die erste Zeit in Deutschland. „Das war nicht einfach für mich. Aber ich möchte eigentlich gar nicht mehr groß darüber reden. Ich schaue nun in die Zukunft“, sagt der Nigerianer und ist optimistisch. „Ich bin sicher, dass ich spielen werde, wenn ich meine beste Leistung bringen kann.“ Viele Tore, das hat sich Onuegbu vorgenommen. Eigensinnig ist er dabei aber ganz und gar nicht. Trainer Mike Büskens hat wohlwollend registriert, dass sein Neuer durchaus auch den Kopf oben hat und den besser postierten Mitspieler sieht, anstatt aus unmöglicher Position selbst abzuziehen. Außerdem gab Büskens Onuegbu den Rat, etwas lockerer zu werden. „Als ich hierher kam, habe ich mich vielleicht zu sehr unter Druck gesetzt“, gibt Onuegbu unumwunden zu.
Den Mittelweg zwischen Ehrgeiz und Gelassenheit zu finden, das wird eine Aufgabe sein für den Angreifer, der vor fünf Jahren in Idar-Oberstein sein erstes Jahr im Vereinsfußball überhaupt absolviert hat. Über 30 Tore in der Verbandsliga waren für einen Neuling ein wahrer Senkrechtstart - Onuegbu hofft, dass er seine stets nach oben zeigende Formkurve auch in der Zweiten Liga fortsetzen kann. In der vergangenen Woche gegen seinen alten Klub Eintracht Braunschweig stand der Angreifer schon mal von Beginn an auf dem Platz und wusste durchaus zu gefallen.
(Porträt aus dem Kleeblatt Magazin Nr. 1 vom Sonntag, 22. August 2010)
| Platz | Verein | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | SpVgg Greuther Fürth | 70 |
| 2 | Eintracht Frankfurt | 68 |
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 62 |
| 4 | FC St. Pauli | 62 |
| 5 | SC Paderborn | 61 |
| 6 | TSV 1860 München | 57 |
| 7 | 1.FC Union Berlin | 48 |