„Nachwuchsbereich neu beleben“

Mirko Reichel im Interview

Nachwuchs
Dienstag, 12.06.2018 // 17:30 Uhr

Er hat Tore vorbereitet, Treffer erzielt und sich auf dem Platz für die SpVgg Greuther Fürth in jeden Zweikampf geschmissen. Seit vielen Jahren ist Mirko Reichel bereits bei der Spielvereinigung. Er trägt das Kleeblatt fest in seinem Herzen. Der gebürtige Stollberger übernimmt, wie wir bereits hier berichtet haben, die sportliche Leitung am Nachwuchsleistungszentrum der Spielvereinigung und hat sich dafür einiges vorgenommen. Wir haben mit ihm darüber gesprochen.

Neue Herausforderungen an gleicher Wirkungsstätte – was ist Dein Wunsch für die kommenden Aufgaben?

Reichel: Nach dieser nicht ganz einfachen Saison, die bei den Profis mit dem Klassenerhalt positiv ausgegangen ist, wollen wir am Nachwuchsleistungszentrum die Gunst der Stunde nutzen, wieder ein „gemeinsam“ zu entwickeln. Und zwar ein „gemeinsam“, bei dem sich keiner zu Schade ist, die Ärmel für die Spielvereinigung hochzukrempeln. Dabei geht es auch um eine ausgewogene Mischung. Erfahrene langjährige Mitarbeiter und Trainer, die die Kleeblatt-DNA in sich tragen und junge, talentierte Leute, die frischen Wind, auch von außen, mitbringen und die wir weiterentwickeln möchten, genauso wie unsere Talente auf dem Rasen.

Voll dabei am Spielfeldrand: Mirko Reichel bei seiner ersten Trainerstation 2007 als U17-Coach beim Kleeblatt.

Du warst schon immer einer, der angepackt hat – was genau soll sich ändern?

Reichel: Für mich spielt Identifikation eine ganz wichtige Rolle. Ich denke, wir haben in der näheren Vergangenheit die Werte des Vereins nicht mehr ganz so gelebt wie früher. Aber genau da müssen wir wieder hin. Und genau diese Identifikation ist jetzt auch schon zu spüren, da wir mit Rachid jemanden an der Seite haben, der jahrelang für diesen Verein gearbeitet und gelebt hat, den Verein mitentwickelt hat. Aber auch Jürgen Brandl, der neben mir die administrative Leitung übernehmen wird, ist seit vielen Jahren für das Kleeblatt tätig, kennt die Strukturen und weiß welchen Weg wir wieder gehen müssen. Wir können nach unseren Vorstellungen gestalten und werden da auch nach und nach unsere Ideen auf den Weg bringen.

Die Verzahnung zum Lizenzbereich leben.
Mirko Reichel, Sportlicher Leiter NLZ

Du hast Rachid Azzouzi erwähnt. Wie wird die Zusammenarbeit mit dem Lizenzbereich aussehen?

Reichel: Zunächst einmal wollen wir mit dem gesamten Ausbildungskonzept näher an den Profibereich rücken, vor allem aber soll die U23 noch enger mit der Lizenzmannschaft verknüpft werden. Aus diesem Grund auch die enge Zusammenarbeit mit Rachid. Unsere Ziele sind nahe an den Profibereich angelehnt. Die Art und Weise wie im Lizenzbereich Fußball gespielt wird, soll auch im NLZ gelebt werden. Somit fängt alles schon im Scouting-Bereich an, denn wir müssen junge Spieler finden, die zu diesem Weg passen und die für den Profikader interessant werden können.

Schon als Spieler hat er alles für´s Kleeblatt reingeworfen: Mirko Reichel.

Neue Strukturen bringen oftmals neue Ideen und neuen Schwung. Wie genau sehen diese strukturellen Änderungen denn aus?

Reichel: Als Sportlicher Leiter bin ich für das gesamte Ausbildungskonzept verantwortlich, die Koordination im Leistungsbereich, Kaderplanungen und für das sportliche Personal, sprich die Trainer und sportlichen Mitarbeiter. Jürgen Brandl kümmert sich um die Organisation, den Spielbetrieb, auch die Finanzen spielen da eine Rolle. Daneben wird Michael Meier uns in allen Dingen unterstützen und gerade das wichtige Thema Scouting verantworten. Björn Schlicke verantwortet die Organisation und die Kaderzusammenstellung der U23. Wichtige Unterstützung erhalten wir im NLZ auch von Martin Meichelbeck. Damit haben wir die unterschiedlichen Aufgaben auf verschiedene Personen aufgeteilt, die jeweils ihren Bereich vorantreiben sollen. Im Ganzen werden wir dann aber immer auch enge Rücksprache mit Rachid Azzouzi halten, um diese Verzahnung zum Lizenzbereich zu leben.

Du kennst Rachid Azzouzi, Martin Meichelbeck, aber auch Jürgen Brandl schon sehr lange. Spielt das eine Rolle?

Reichel: Auf jeden Fall, denn wir haben uns in den vielen Jahren eine Vertrauensbasis aufgebaut. Wir können uns alles sagen und auch einmal unterschiedliche Meinungen diskutieren. Nur so kann man was bewegen. Es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Es gibt auch schwierige Themen. Aber die muss man auch offen und ehrlich ansprechen. Aber auch wenn wir immer in einem engen Kontakt zum Profibereich und somit zu Rachid stehen, wir müssen und werden auch unsere eigenen Entscheidungen treffen. Wir haben im NLZ engagierte Mitarbeiter, die einen richtig guten Job machen, sich voll und ganz für den Kleeblatt-Nachwuchs einsetzen. Und auch wenn einmal falsch entschieden wird, mit einem guten Teamwork kann man Probleme in Lösungen umwandeln. Und genau das werden wir tun.

Als Co-Trainer von Benno Möhlmann kehrt Reichel 2008 zum Kleeblatt zurück.

Was sind die Ziele, die Du dir mit den weiteren Verantwortlichen gesteckt hast?

Reichel: An erster Stelle muss die Ausbildung junger Fußballspieler stehen. Wir wollen die Talente, von denen es genug gibt, suchen, finden und auch entwickeln. Es gibt immer gute Fußballer, aber wir wollen die Nachwuchsspieler in der Region fördern. Zugleich müssen wir aber auch auf die sportliche Situation schauen und so ist es natürlich ein Ziel, mit den Nachwuchsteams wieder in den obersten Ligen vertreten zu sein. Für diesen Prozess spielt die Zusammenarbeit im gesamten NLZ eine entscheidende Rolle. Und da gehören nicht nur die Trainer auf dem Platz, sondern auch die Mitarbeiter hier im Haus, sei es Jürgen Brandl, Michael Meier, Enzo Vitale, Heinz Krapf oder auch Jürgen Lattacher, um nur ein paar zu nennen, dazu. Wir alle wollen den Nachwuchsbereich beim Kleeblatt neu beleben.

Wer darauf Lust hat, wird bei uns richtig sein.
Mirko Reichel, Sportlicher Leiter NLZ

Die meisten Kleeblatt-Fans haben Dich als Spieler in Erinnerung, der auf dem Platz alles gibt. Deine Aufgabe umfasst jetzt aber wohl mehr?

Reichel: Das ist richtig, ich bin nicht derjenige, der nur am Sportplatz steht und die Übungseinheiten verfolgt. Natürlich gehört das auch dazu. Vor allem weil mir wichtig ist, nah an unseren Nachwuchstrainern und den Mannschaften dran zu sein. Mein Arbeitsbereich hat sich ja schon in den vergangenen Monaten als ich für die Ausbildung der jüngeren Jahrgänge zuständig war vom Sportplatz weg immer mehr an den Schreibtisch verlagert. Das wird jetzt auch noch mehr zunehmen. Aber das ist für mich total in Ordnung. Am Ende zählt für mich nur, dass ich weiterhin hundert Prozent für unser Kleeblatt geben kann und das werde ich mit allen, die wir mit auf die Reise nehmen auch machen.

2012 feiert Reichel gemeinsam mit Rachid Azzouzi den Bundesliga-Aufstieg.

Es wird einige Veränderungen geben...

Reichel: Das stimmt. Aber den Status Quo zu verwalten, ist nicht unser Anspruch und darf er auch nicht sein. Wir haben analysiert, wir haben auch die Rahmenbedingungen dabei einfließen lassen. Und wir sind überzeugt, dass wir an einigen Schrauben drehen können, um Dinge zum positiven zu verändern. Ich mag nicht über Probleme sprechen, die schweren Rahmenbedingungen und den Kampf, der mittlerweile um Talente herrscht. Wir alle werden den Talenten in der Region aufzeigen, warum es richtig ist, zu uns zu kommen. Bei uns bekommen Nachwuchsspieler bei den Profis die Chance zu spielen. Wir haben eine Durchlässigkeit. Das ist bei größeren Vereinen weit schwieriger. Wir werden Nachwuchsspielern ihren Weg aufzeigen, was wir mit ihnen vorhaben und wie wir sie zu unserer ersten Mannschaft bringen möchten. Wer darauf Lust hat, wird bei uns richtig sein. Wenn ich sehe, dass wir die Profimannschaft mit den meisten Einsätzen junger in Deutschland ausgebildeter Spieler in dieser Saison sind, dann spricht das für uns und den Weg, den man bei uns gehen kann! Und wir stehen in diesem Ranking mit Abstand an der Spitze der 36 Mannschaften in Deutschland.

Danke für Deine Zeit und das Interview, Mirko! Wir wünschen Dir viel Erfolg für Deine künftigen Aufgaben bei unserem Kleeblatt!

 

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