Vom Entstehen einer Mannschaft

Profis
Sonntag, 29.01.2017 // 20:53 Uhr

In unserem Spieltagskommentar blicken wir auch in der Rückrunde auf die vergangenen Spieltage zurück. Dieses Mal mit dem Blick zurück auf die Niederlage beim TSV 1860 München.

Der Spieltagskommentar ist seit Anfang der Saison fester Bestandteil auf unserer Homepage. Unser Kommentator hat auch das Spiel beim TSV 1860 München nochmal Revue passieren lassen und blickt dabei enttäuscht auf eine unnötige Niederlage zurück. Aber auch auf eine Entwicklung die Hoffnung macht.

Es gibt Niederlagen, über die man sich nur eingeschränkt ärgern kann. Zum Beispiel dann, wenn der Gegner definitiv besser war und verdient gewonnen hat. Das erste Spiel des Kalenderjahres in München bot aber das genaue Gegenteil. Ein uninspirierter Gastgeber profitierte von einigen zumindest fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen, zu allem Überfluss wurde der Siegtorschütze Liendl durch eine Aktion „freigespielt“, die man sonst nur auf Bolzplätzen sieht. Der Münchner Stürmer, der schießen wollte, traf den Ball nicht – von der Wade seines Standbeines prallte der Ball Liendl vor die Füße. So was kann man eigentlich nicht verteidigen. Sehr, sehr schade – zumal die neue Defensivformation mit einer Dreierkette den Münchnern lange den Wind aus den Segeln genommen hatte.

Pech, dass das Kleeblatt nicht verdient hatte. Denn nachdem Sama kurz nach der Pause mit Gelbrot vom Platz musste, waren die Gäste auch in Unterzahl besser als die zahnlosen Löwen. Ein paar Chancen gab es sogar, während die Münchner nichts zu bieten hatten bis auf eine harmlosen Schrägschuss Aigners. Bemerkenswert ist dies nicht nur wegen der Unterzahl, sondern auch, dass Janos Radoki wieder einige Nachwuchsspieler auf den Platz schickte. Patrick Sontheimer spielte in seinem ersten Profispiel von Beginn an im Mittelfeld bemerkenswert, später kamen Raum und Steininger – die jungen Talente aus dem eigenen Stall bekommen ihre Chance und sind dabei sie zu nutzen. Draußen saßen noch Derflinger und Kirsch. Denkt man daran, dass auch Sollfrank in Berlin sein Debüt feiern durfte, erkennt man: Das Kleeblatt setzt auf die eigene Jugend und schlägt damit den entgegengesetzten Weg ein zu den Münchnern, die als einziger Zweitligist in der Winterpause wieder richtig viel Geld investiert haben in Spieler, die man allerdings größtenteils hierzulande bisher kaum kannte.

Nun war es zwar enttäuschend, verloren zu haben, doch gerade ein solches Erlebnis schweißt noch mehr zusammen. Dass eine Mannschaft im Entstehen ist, diesen Eindruck hat nicht nur der Trainer, zumal Radoki auch ein Lob für die erfahrenen Spieler parat hatte, die die Jungen geführt hatten. Das wird am Freitag noch notweniger sein – es ist davon auszugehen, dass Hannover 96 um einiges besser ist als die Münchner Löwen und ergo das Kleeblatt vor einer hohen Hürde steht. Bange braucht einem aber nicht sein, denn schon in der Hinrunde in Hannover hätte die SpVgg nicht zu verlieren brauchen. Und mit den Fans im Rücken kommt dann hoffentlich auch das Glück zu den Tüchtigen!