Die Stellschrauben in die richtige Richtung

Der Spieltagskommentar

Profis
Montag, 07.08.2017 // 12:28 Uhr

Trotz einer engagierten Leistung hat sich das Kleeblatt gegen Arminia Bielefeld nicht belohnt und ist deswegen auch nach dem zweiten Spieltag noch ohne Punkte.

Viel gesät, nichts geerntet – ein zutreffendes Bild, das Janos Radoki vom Spiel seiner Mannschaft gegen Bielefeld zeichnete. Die Gäste präsentierten sich zwar durchaus als schwer zu bespielende, kompakte Einheit. Doch bis zum 0:1 hatte die SpVgg bereits sehr gute Gelegenheiten gehabt. Ernst hatte einen Seitfallzieher ans Außennetz gesetzt, Dursun freistehend vorbei geköpft, Narey in bester Position den Ball nicht schnell genug unter Kontrolle gebracht. Bei einem Flugkopfball nach Dursun-Fallrückzieher brachte Omladic knapp vor dem Tor nicht genug Druck hinter den Ball. Zudem gab es einige aussichtsreiche Szenen, bei denen Flanke oder letzter Pass nicht klappten, so als Gjasula bei einem schnellen Gegenangriff den Ball nach innen bringen wollte, aber im entscheidenden Moment wegrutschte. Obwohl im Spielaufbau nicht alles geklappt hatte, war man doch oft genug durchgekommen und hätte führen müssen.

Chancenplus ohne Ertrag

Khaled Narey hatte in der Schlussphase den Ausgleich auf dem Fuß. Brachte den Ball aber nicht am Keeper vorbei.

Bielefeld, das durch Hartherz eine halbe Möglichkeit gehabt hatte, verwandelte dann seine erste Großchance nach 38 Minuten, als Staude eine Klos-Flanke einköpfte. Ein paar Minuten später stand es nach einem verwandelten Elfmeter 0:2. Nach dem 1:2-Anschlusstreffer durch Omladics trockenen 18-Meter-Schuss wurden schließlich ein paar aussichtsreiche Angriffe nicht zum Abschluss gebracht, so stand am Ende die Niederlage fest. Doch vor allem der Treffer von Omladic lässt hoffen. Ein Schuss aus der Distanz, flach, scharf und zentimetergenau zwischen Pfosten und Fingerspitzen von DSC-Keeper Ortega Moreno - wegen seiner Schusstechnik und dieser Qualität im Abschluss hat man ihn unter anderem ins Frankenland gelotst.

Dennoch erinnerte diese Partie irgendwie ans Spiel in Darmstadt. Auch da hatte das Kleeblatt über 90 Minuten gesehen das Chancenplus und ging als Verlierer vom Platz, da die Lilien mit ihrer ersten richtigen Chance in Führung gegangen waren.

Die Lehren aus dem Saisonauftakt

Janos Radoki wurde beim Ligaauftakt bestätigt: diese Liga ist sehr ausgeglichen und jede Partie ein "Abnuntzungskampf".

Was die beiden Auftaktspiele gezeigt haben: Der von Experten so genannte „Abnutzungskampf“ in der Zweiten Liga wird immer stärker. Die Gegner schenken sich kaum etwas, die Spielklasse scheint noch ausgeglichener als im vergangenen Jahr. Einfach mal so wegspielen kann man definitiv kein Team mehr in dieser Liga. Das hat beispielsweise auch Favorit Union Berlin gegen Aufsteiger Kiel erlebt – nur erzielten die Berliner aus ihren vielen Chancen heraus eben vier Treffer, was dann doch noch für den knappen Sieg reichte.

Janos Radoki hat es schon angekündigt: Man wird an der Art und Weise arbeiten, mit der im letzten Drittel des Spielfeldes agiert wird. Mehr Konzentration bei der Ballannahme, mehr Willen im Abschluss, ein Tick mehr Übersicht beim Flanken – die Stellschrauben hat der Coach benannt, man wird nun daran gehen, sie auch in die richtige Richtung zu drehen.

Am Sonntag in Pirmasens gegen Morlautern kann beziehungsweise muss man damit beginnen, denn Tore sind ja bekanntlich zwingend  notwendig, um im Pokalwettbewerb weiter zu kommen. Der SV Morlautern ist mit einem Sieg und einer Niederlage in die Oberliga Rheinland/Pfalz gestartet, man muss die Aufgabe beim Fünftligisten mit aller Seriosität angehen. Doch bei allem Respekt vor dem Gastgeber ist ein Weiterkommen natürlich Pflicht.