Über Standards und einen statistischen Nachteil – der Spieltagskommentar

Profis
Montag, 20.11.2017 // 13:11 Uhr

Wir nehmen das Spiel noch einmal aus einer anderen Blickrichtung unter die Lupe - der Spieltagskommentar: 

Isoliert betrachtet war das 1:1 gegen den VfL Bochum ein typischer November-Zweitliga-Kick, in dem sich zwei Mannschaften eher kämpferisch begegneten und am Ende ein leistungsgerechtes Remis stand. Was man als Auswärtsmannschaft normalerweise mit einem halbwegs zufriedenen Kopfnicken begleitet hätte. Dann wäre ein solches Spiel schnell vergessen gewesen.

Dass manche allerdings wegen der Tabellensituation einen anderen Blick auf das Spiel haben, ist verständlich, bringt aber nicht weiter: Ein Weltuntergang war der Auftritt in Bochum nämlich nicht. Gerade wegen der Tabellensituation gehen Verbesserungen nur Schritt für Schritt, und so war es auch an der Ruhr: Die Defensivarbeit geriet diesmal um einiges stabiler. Auch nach dem Anschlusstreffer wurde nur für wenige Minuten ein wenig geschwächelt, dann war man wieder in der Spur. Diesmal also: Keine drei Auswärts-Gegentore und immerhin ein Punkt.

Positiv auch, und vor allem in der jetzigen Situation wichtig: Die SpVgg entwickelt immer mehr Gefahr bei Standardsituationen. Nach Maximilian Witteks gelungener Freistoßflanke drückte Marco Caligiuri die Kugel ein – der dritte Saisontreffer des Kapitäns, der auch diesmal mit vorbildlicher Einstellung voranging. Schade nur, dass die Führung nicht lange hielt – die auch wegen der Unruhe ihres Publikums nervösen Bochumer kamen bald zum Ausgleich, sodass das Kleeblatt die Verunsicherung des Gegners nicht nutzen konnte.

Drei von vier Heimspielen unter Buric gewonnen

Fast bei jeder Fußballmannschaft ist es derweil so, dass eine Stabilisierung der Defensive sich auf die Durchschlagskraft der Offensive auswirkt. Sowohl die SpVgg als auch der VfL strahlten bei ihren Angriffen nicht viel Torgefahr aus - auch wenn auf Fürther Seite in der letzten Viertelstunde noch einige gute Chancen durch Raum, Narey und Steininger zu verzeichnen waren.

Dass sich der Punktgewinn in der Tabelle nicht groß auswirkt, ist klar, aber, nochmal: Es war ein Auswärtsspiel, da ist ein Punkt immer okay. Zumal man auf Grund der Spielplangestaltung bisher einen Nachteil hatte: Als einziger Zweitligist musste das Kleeblatt bisher bereits acht Auswärtspartien bestreiten, zu Hause durfte man erst sechs Mal ran. Bei so manchem Liga-Konkurrenten wie Darmstadt, Heidenheim oder Nürnberg war das bisher genau anders herum.

Dieser statistische Nachteil wird in den letzten Wochen dieses Kalenderjahres nun ausgeglichen: Vier Begegnungen hat die SpVgg im Jahr 2017 noch, davon finden drei (St. Pauli, Heidenheim, Darmstadt) vor eigenem Publikum statt, nur noch einmal (Duisburg) muss die SpVgg auf Reisen gehen.

Seit Damir Buric auf der Bank sitzt, wurden von vier Heimspielen drei gewonnen – Heimstärke hat das Kleeblatt also durchaus entwickelt. So muss es nun auch weitergehen. Und es müssen alle helfen. Die Elf, die am Sonntag auf dem Platz stehen wird, muss von allen Seiten volle Unterstützung bekommen. Am Laubenweg muss die Basis gelegt werden, um die brisante Situation zu entschärfen, und da muss es gegen St. Pauli den nächsten Schritt geben.

 

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