Wunden lecken

Der Spieltagskommentar zum Spiel gegen Union Berlin.

Profis
Montag, 12.11.2018 // 16:42 Uhr

Dass die Partie am Sonntag eine schwierige werden würde, war zu erwarten. Blutige Verletzungen, Fehlentscheidungen, keine Tore und Fehler in der Defensive führten letztlich zur 0:4-Niederlage in Berlin.

Schwierig, schwierig; Das Spiel in Berlin kann man wohl kaum als „normales“ Auswärtsspiel betrachten, zu viel lief an diesem Sonntag in Köpenick aus dem Ruder. Zuvorderst zu nennen ist dabei leider das Unparteiischen-Gespann, dessen Auslegung der Regeln einen wesentlichen Beitrag zur Niederlage leistete. Nach dem Körpereinsatz von Abdullahi gegen Wittek, dem wir keine Absicht unterstellen wollen, dessen Einsteigen gegen den Fürther aber absolut zwingend mindestens einen Freistoß nach sich ziehen hätte müssen, auf Einwurf für Union zu entscheiden, ist unverständlich.

Dass dann nach dem besagten Einwurf der Pass von Zulj auf den sehr klar im Abseits stehenden Härtel erfolgte, hätte der genau dabei stehende Linienrichter sehen müssen – das erste Tor der Gastgeber wäre so nicht gefallen. Dass kurz vor dem zweiten Tor ein Ellenbogenstoß gegen Daniel Keita-Ruel (Folge: Platzwunde im Gesicht) wieder nicht geahndet wurde und dass bei Schmiedebachs Foul gegen Atanga kurz vor der Pause Rot die richtige Farbe der Karte gewesen wäre, zahlt außerdem auf das Konto der Schiedsrichter ein. Zwei Gegentore, bei denen jeweils ein Spieler des Kleeblatts blutend an der Seitenlinie lag, ohne dass die Vergehen geahndet wurden – das dürfte im 1037. Zweitliga-Spiel der SpVgg eine traurige Premiere gewesen sein.

Ernst und Keita hatten am Sonntag beide gute Tormöglichkeiten. Ernst´s Kopfball wird in letzter Sekunde pariert.

So waren die Grundvoraussetzungen schwierig in einem seltsamen Spiel, das das Kleeblatt vor der Pause optisch sogar beherrschte. Union führte 3:0, doch auf der anderen Seite hätten ebenfalls zwei oder drei Tore fallen können. Berlins Coach Fischer monierte deshalb zurecht die Leistung seiner Elf im ersten Durchgang, er hatte die Fürther als das bessere Team gesehen. Was die Berliner aber an den Tag legten, war gnadenlose Effizienz, während das Kleeblatt an diesem Tag seine guten Möglichkeiten nicht nutzen konnte. Nicht verschweigen wollen wir auch, dass die Kleeblatt-Defensive in verschiedenen Szenen nicht klären konnte – unabhängig von den Begleitumständen.

Normalerweise geht man ja nach einer Niederlage nicht so gerne in die sogenannte Länderspielpause – aber nach den Ereignissen in Berlin ist es jetzt ganz gut, ein wenig Zeit zu haben, um im Wortsinn die Wunden zu lecken und sich auf den Jahres-Endspurt vorzubereiten.

 

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