Laut Geschichte "nicht chancenlos"

Historischer Rückblick auf Duelle gegen den BVB

Profis
Mittwoch, 15.08.2018 // 11:21 Uhr

Am Montag ist es wieder mal so weit: Bereits zum fünften Mal wurde Borussia Dortmund dem Kleeblatt als Pokalgegner zugelost. Stets waren die Aufeinandertreffen dramatisch – besonders aber die Partie im Glutofen Ronhof im Jahr 1990.

Das Wetter in den vergangenen Wochen erinnerte schon mal an jenen 4. August im Jahr 1990, als die erste Runde im DFB-Pokal ausgespielt wurde und Borussia Dortmund in den Ronhof kam.

„Da kann ich mich noch daran erinnern, als wäre es gestern gewesen. Es war unglaublich heiß“, blickt Oliver Zettl zurück. Der Stürmer, der zum Helden in dieser Partie wurde, musste denn auch nach 70 Minuten raus: „Ich war völlig ausgepumpt, da ging nichts mehr“, rekapituliert er. Zettl konnte aber getrost Platz machen, denn er hatte zu diesem Zeitpunkt schon zwei Tore erzielt. Die SpVgg führte völlig sensationell 3:1 gegen die mit Stars gespickten Dortmunder – die auch noch seit der zweiten Minute nach einer Roten Karte für Kleeblatt-Abwehrspieler David Schneider in Überzahl gewesen waren.

Geschichte geschrieben

„Wer da alles bei denen gespielt hat“, erinnert sich Günter Gerling an dieses historische Spiel, „der Thomas Helmer und der Michael Rummenigge, vorne der Frank Mill...“. SpVgg-Vize-Präsident Gerling, damals Trainer des Kleeblatts, durfte diese vielen Stars in Schwarz-Gelb aus der ersten Reihe seiner Trainerbank beobachten, als sein Team als erster Viertligist in der Geschichte des DFB-Pokals einen Bundesligisten heraus kegelte. Denn es blieb beim 3:1, und so schrieben die damals in der Landesliga Mitte angesiedelten Fürther ein Stück Fußball-Geschichte. Neben Oliver Zettl, der sein bestes Spiel im Kleeblatt-Trikot machte, traf Achim Beierlorzer, heute Coach bei Jahn Regensburg, mit einem raffinierten Freistoß-Treffer.

4.000 live dabei

Oliver Zettl (links) gegen den heutigen Sportlichen Leiter des BVB, Michael Zorc.

Es waren damals nur rund 4.000 Zuschauer bei weit über 30 Grad in den Ronhof gekommen. Hört man sich heutzutage um, müssten es 14.000 gewesen sein, denn jeder will dabei gewesen sein. Am Ende mussten die Dortmunder mit ihrem Trainer Horst Köppel zerknirscht einräumen, dass die SpVgg als absolut verdienter Sieger aus diesem Pokalfight hervorgegangen war. „Die haben sich ganz schnell verabschiedet, man konnte kein Wort mehr wechseln. Es war sicher eine totale Enttäuschung für die Dortmunder“, so Zettl, der neben dem Weiterkommen noch ein weiteres positives Detail am damaligen Sieg sieht: „Es war der Startschuss zu einer tollen Saison, an deren Ende wir wieder in die Bayernliga aufgestiegen sind. Der Erfolg gegen Dortmund hat uns viel Selbstvertrauen gegeben.“ Für das Spiel am Montagabend sieht Zettl die Gäste zwar in der Favoritenrolle, aber: „Das Kleeblatt ist nicht chancenlos. Nach dem guten Start in der Liga kann man mit Selbstvertrauen auflaufen. Die Dortmunder haben noch kein Pflichtspiel und wissen noch nicht so recht, wo sie stehen.“

Oliver Zettl war acht Spielzeiten für das Kleeblatt im Einsatz.

Fast wäre die Wiederholung der Sensation im Jahr 1997 gelungen. Gerade frisch in Liga zwei aufgestiegen, empfing das Kleeblatt die Borussia in der zweiten Pokalrunde. Leider musste man für das Spiel unter der Woche damals ausweichen nach Nürnberg, der Ronhof bekam sein Flutlicht erst im Jahr 2000. „Wir waren nahe dran, vor allem da Kohler schon früh Gelb-Rot hätte sehen müssen“, rekapituliert SpVgg-Manager Rachid Azzouzi. 1:0 durch Didi Probst hatte die SpVgg geführt, als der bereits verwarnte Nationalverteidiger Kohler ein absichtliches Handspiel beging. „Schiri Heynemann hat gepfiffen, aber die Karte stecken lassen“, ärgert sich Azzouzi. Am Ende gewannen die Westdeutschen 4:2, wobei das vierte Tor durch Lars Ricken erst Sekunden vor dem Abpfiff fiel. Kurz zuvor hatte man beim Kleeblatt leider zu früh gejubelt: Azzouzi hatte getroffen, das Tor wurde aber wegen Abseits nicht anerkannt.

Noch frisch im Gedächtnis dürfte bei jedem Kleeblatt-Fan der März 2012 sein, als die Dortmunder, diesmal im Halbfinale, wieder in Fürth antreten mussten. Das Ende ist noch hinlänglich bekannt, Jasmin Fejzics Rücken verhinderte damals unglücklich in der letzten Minute der Verlängerung ein Elfmeterschießen, der von ihm unglücklich ins Tor abgelenkte Pfosten-Schuss von Gündogan brachte dem BVB das späte 0:1.

Um den geschichtlichen Rückblick zu vervollständigen, sei noch auf die zweite Runde des DFB-Pokals 1974 verwiesen. Damals gab es zwischen den beiden zweitklassigen Regionalligisten im Ronhof ein 1:1, das Wiederholungsspiel im Westfalen-Stadion gewannen die Dortmunder knapp 1:0.

 

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