Die Meisterjahre der Spielvereinigung

1914 Erste Deutsche Meisterschaft

Die Meisterelf 1914 (stehend v. l. n. r.): Wellhöfer, Jakob, Burger, Schmidt, Weicz, Hirsch, Wunderlich, Riebe. Vorne: Seidel, Polenski, Karl Franz.

Zum ersten Mal hat eine Mannschaft aus Bayern die Süddeutsche Meisterschaft gewonnen und darf an den Titelkämpfen um die Viktoria teilnehmen. Die außergewöhnliche Dramatik des DM-Semifinals, das mit 4:3 nach 167 (!) Minuten gegen den Berliner BC 03 gewonnen wurde, hat den Fürthern zu Selbstsicherheit verholfen. Der größte Teil der 4000 Zuschauer auf dem Viktoria-Sportplatz in Magdeburg ist aus Leipzig, während aus Fürth gerade Mal hundert Fans dabei sind. Den Sonderzug zum Endspielort hat die Eisenbahndirektion Nürnberg nicht zur Verfügung gestellt. Nach 120 Minuten ist nichts entschieden, es steht 2:2. Nach dem erneuten Anpfiff wird das nächste Tor die Entscheidung bringen. In der 154. Minute wird der Ball nach einer Fürther Ecke aus dem Leipziger Strafraum geschlagen. Er kommt zu Weiß. Dessen Flanke nimmt Karl Franz auf. Er schießt, der Ball wird abgewehrt, und im Nachsetzen köpft der Fürther Stürmer ein. 3:2. Die SpVgg Fürth ist Deutscher Meister.

SpVgg-Kapitän Julius Hirsch (rechts) bei der Platzwahl mit Schiedsrichter von Pacquet und Leipzigs Spielführer Hesse.
Eine Szene aus dem Finale vor dem Fürther Tor.

1920 Deutscher Vizemeister

Deutscher Vize-Meister 1920: (v. l. n. r.): Hagen, Resi Franz, Leinberger, Kleinlein, Neger, Kießling, Müller, Seiderer, Auer, Frank. Vorne sitzend: Hans Krauß.

Mit 7:0 über Borussia Mönchengladbach und 4:0 über die Sportfreunde Breslau spielen sich die Fürther ins Finale, wo man zum ersten und einzigen Male in einem Endspiel auf den 1. FC Nürnberg trifft. Die Nürnberger gewinnen in einem ausgeglichenen Spiel 2:0.

1923 Deutsche Meisterschaft – Halbfinale

Die Endrunde zur Süddeutschen Meisterschaft sieht die Fürther als überlegenes Team mit 7:1 Punkten, und der 4:0-Erfolg über die Sportfreunde Breslau im Viertelfinale in Hannover scheint die Favoritenrolle zu untermauern. Doch im Halbfinale kommt am 27. Mai das Aus in Stettin: Der Berliner Vertreter Union Oberschöneweide – heute Union Berlin - wirft das Kleeblatt sensationell mit 2:1 aus dem Rennen.

Die Ausnahmestellung der Fürther Mannschaft im Jahr 1923 demonstrierte die Berufung von fünf Kleeblatt-Trägern für das Länderspiel im Januar in Mailand gegen Italien. Oben, 3. v. l.: Hans Lang. Sitzend v. l.: Sepp Müller, Resi Franz, Lony Seiderer, Hans Hagen. Seiderer schoss das 0:1, Italien gewann aber 3:1.

1926 Deutscher Meister und Sieg in Barcelona

Die Fürther sind nach einem Formtief auf dem aufsteigenden Ast. Zu verdanken haben sie dies William Townley. Adolf Riebe, der Österreicher, hatte kein glückliches Händchen als Coach gehabt, so holte man Townley zurück. Die Endrunde beginnen die Fürther mit einem 5:0 gegen Viktoria Forst, entzaubern dann die den SC Breslau in Leipzig mit 4:0 und erspielen sich im Halbfinale im Düsseldorfer Rheinstadion ein jederzeit verdientes 3:1 gegen Holstein Kiel. Das Endspiel in Frankfurt, das nie gefährdete 4:1 gegen Hertha BSC, zeigt die SpVgg Fürth endgültig auf der Höhe ihrer Fußball-Kunst: Der zweite Titel ist gewonnen, in einer Art und Weise, die ganz Fußball-Deutschland Bewunderung abverlangte. Auch international beweisen die Fürther ihre Extraklasse: Auf der dritten Spanienreise besiegen sie am 5. Dezember 1926 den FC Barcelona durch ein Tor von Ascherl mit 1:0. Es ist der erste Sieg einer deutschen Mannschaft in Barcelona, ein Sieg, der in ganz Europa für Aufsehen sorgt. Im Jahr 1926 gehört die SpVgg Fürth zu den besten Vereinsmannschaften Europas.

1:0-Sieg in Barcelona: Der Fürther Willy Ascherl verfolgt einen Stürmer der Katalanen.
Die Elf, die den zweiten Meistertitel nach Fürth holte (v. l. n . r.): Hagen, Ascherl, Franz, Kießling, Seiderer, Urbel Krauß, Konrad Auer, Leinberger, Kleinlein, Müller. Vorne: Tormann Hörgreen.
Georg Kießling bejubelt im Endspiel 1926 das Eigentor von Hertha BSC. Domscheid hatte seinen Keeper Götze mit einem Rückpass überrascht.

1927 5. Gewinn des Süddeutschen Pokals

Die SpVgg Fürth gewinnt zum fünften Mal den Süddeutschen Pokal mit einem 3:0-Finalsieg über den FSV Frankfurt. Das Kleeblatt ist damit Rekordsieger dieses Wettbewerbs. Georg „Allan“ Frank schoss alle drei Tore im Pokal-Finale gegen FSV Frankfurt.

1929 Deutscher Meister

Im Achtelfinale treffen die Ronhofer im Nürnberger Zabo auf Fortuna Düsseldorf und siegen 5:1. Im Viertelfinale prophezeit die Fachwelt das Aus: In Hamburg-Altona wartet der favorisierte Titelverteidiger HSV. Doch die Fürther geben sich diesmal ökonomisch: In einer sicheren Abwehr rennen sich die Hamburger fest. Der 2:0-Sieg ist logische Konsequenz aus der Überlegenheit. Im Halbfinale stehen mit Hertha, dem FCN und der SpVgg drei Favoriten, der SC Breslau ist Außenseiter. Eine Einschätzung, die sich im Frankfurter Halbfinale bewahrheitet. 6:1 heißt es am Ende, und so steht die SpVgg im Endspiel, das im Nürnberger Stadion stattfinden soll. Während die SpVgg im Spaziergang ins Finale einzieht, muss zwischen Hertha und dem Club ein Wiederholungsspiel ausgetragen werden (das erste Spiel ging 0:0 aus), das die Hertha nach hartem Kampf 3:2 gewinnt. Berlin steht zum vierten Mal in Folge im Endspiel. Die SpVgg bereitet sich in Ruhe vor, gewinnt ein Testspiel bei TeBe Berlin 3:2. Vor 50 000 im Nürnberger Stadion siegt die SpVgg Fürth schließlich am 28. Juli 1929 in einem hart geführten, unansehnlichen Kampfspiel 3:2 gegen Hertha BSC Berlin und erringt den dritten Meistertitel ihrer Geschichte.

Zum dritten Mal Deutscher Meister wurde die SpVgg Fürth mit (v. l. n . r.): Konrad Krauß, Urbel Krauß, Frank, Resi Franz, Heinrich Auer, Neger, Leinberger, Röschke, Rupprecht, Kießling, Hagen.
Hertha-Torwart Gelhar ist machtlos: Rupprecht hat abgezogen. Der Ball fliegt in der 85. Minute zum entscheidenden 3:2 für die SpVgg Fürth ins Berliner Netz.